Während im normalen Alltag die Herzfrequenz nicht kontrolliert werden muss, sollten Sie Ihren Puls beim Training überwachen - zum einen um Ihr Herz vor Überlastung zu schützen und zum anderen, um einen optimalen Trainingseffekt zu erzielen. Durch die körperliche Anstrengung beim Sport muss das Herz häufiger schlagen, um den erhöhten Sauerstoffbedarf des Körpers zu bedienen.
Trainieren Sie im anaeroben Bereich (siehe Tabelle), können Muskulatur und Herz überlastet werden. Besonders bei Gelegenheitssportlern ist die Gefahr groß, das untrainierte Herz zu überlasten. Häufig herrscht die Meinung, seltenes Training durch eine höhere Anstrengung kompensieren zu können. Insbesondere bei vorerkrankten Personen, die auf ärztlichen Rat Sport betreiben sollten, ist das eine gefährliche Einstellung. Wird in diesen Fällen das Herz überlastet, besteht unter anderem die Gefahr einer Herz-Rhythmus-Störung. Reaktionen des Körpers auf eine Überlastung, wie zum Beispiel Schwindel oder Übelkeit, treten meist erst auf, wenn die Leistungsgrenze bereits überschritten wurde.
Um Ihr Training optimal zu gestalten empfiehlt sich deshalb die Kontrolle der Herzfrequenz. So können Sie je nach Trainingsziel - ob Fettverbrennung oder Leistungssteigerung - im richtigen Herzfrequenz-Bereich trainieren.
Die maximale Herzfrequenz verringert sich mit zunehmendem Alter. Angaben zum Trainingspuls müssen deshalb immer in Abhängigkeit zur maximalen Herzfrequenz stehen. Zur Bestimmung der maximalen Herzfrequenz gilt die Faustformel:
- Für Männer: 220 - Lebensalter = maximale Herzfrequenz
- Für Frauen: 226 - Lebensalter = maximale Herzfrequenz
Vorsicht: Dieses Ergebnis ist ein grober Richtwert, denn jeder Kreislauf ist unterschiedlich.
Durch einen Belastungstest können Sie ein genaueres Ergebnis ermitteln: Dafür laufen Sie sich zunächst gut warm und laufen dann 3 x 2 Minuten (1 Minute Pause dazwischen) mit maximaler Geschwindigkeit. Wenn Sie während der Belastung Ihren Puls messen, erhalten Sie Ihre maximale Herzfrequenz. Vor einem solchen Belastungstest sollten Sie in jedem Fall von Ihrem Hausarzt einen Check-up durchführen lassen. Um die Leistungsfähigkeit des Körpers genau zu ermitteln, sollte ein Laktattest durchgeführt werden, da die Herzfrequenz-Messung mit einer Pulsuhr hierfür nicht ausreicht. Ihr Arzt hilft Ihnen hier sicher gerne weiter.
Der individuelle Trainingsbereich errechnet sich je nach Trainingsart durch einen Prozentsatz der maximalen Herzfrequenz:
Mit einer Pulsuhr können die Trainingsgrenzen abhängig vom Trainingsziel problemlos überwacht und eine Überanstrengung vermieden werden.